Handwerkerhaus
Für die niedrigen und ärmeren Schichten, dazu gehörten damals auch die Handwerker und wohnten in zweckbestimmten und ganz bescheidenen Häusern
Handwerkerhäuser: Herausforderungen bei Sanierung und Nutzung
Handwerkerhäuser, die ursprünglich als bescheidene Unterkünfte für ärmere Bevölkerungsschichten errichtet wurden, gelten heute meist als wenig empfehlenswert für eine moderne Nutzung. Auch wenn diese Gebäude renoviert wurden, zeigen sich häufig erhebliche Mängel, da die Sanierungsmaßnahmen oft nur oberflächlich ausgeführt wurden. Typische Eingriffe wie der Austausch von Fenstern, die Dämmung der Fassade und des Dachs oder der Austausch des Heizkessels beheben die grundlegenden Probleme dieser Bauten nicht. Insbesondere Feuchtigkeitsschäden und Wärmebrücken im Vollziegelmauerwerk bleiben bestehen, wenn nicht an der Bausubstanz selbst angesetzt wird. Alle anderen Maßnahmen sind lediglich kosmetischer Natur.
Gesundheitsgefährdende Baustoffe bei Sanierungen
Ein weiteres Problem bei der Sanierung von Handwerkerhäusern ist der Einsatz potenziell gesundheitsschädlicher Baustoffe. Dazu gehören:
- Asbesthaltige Materialien wie Dach- und Fassadenplatten
- Mineralwolle mit zu kurzen Faserlängen
- Holzschutzmittel mit schädlichen Inhaltsstoffen, die für Holzverkleidungen verwendet wurden
- Holzbaustoffe mit Formaldehyd
Ob und in welchem Umfang diese Baustoffe noch in den Gebäuden vorhanden sind, lässt sich häufig nur schwer feststellen, vor allem wenn keine entsprechenden Unterlagen mehr existieren.
Sanierung
Eine detaillierte Anleitung zur Identifikation und Sanierung bestehender Schwachstellen finden Sie in unserem umfassenden Leitfaden zur Altbausanierung. Dieser Leitfaden enthält ausführliche Informationen zu empfohlenen Maßnahmen an verschiedenen Bereichen des Gebäudebestands, insbesondere an Fassade, Dach, Decken sowie tragenden Wänden.
Die einzelnen Dateien des Leitfadens sind unabhängig voneinander aufgebaut. Das bedeutet, dass Sie sich gezielt auf einen bestimmten Gebäudeteil konzentrieren können – beispielsweise die Dachsanierung – ohne auf die anderen Abschnitte zugreifen zu müssen. So ermöglicht der Leitfaden eine individuell angepasste und bedarfsgerechte Nutzung, je nachdem, welche Sanierungsmaßnahmen für Ihr Projekt im Vordergrund stehen.
Heizungsenergiebedarf
Der Verbrauch eines unsanierten Altbaus kann bei 360 bis 440 kWh/m² Jahr (beheizter Wohnfläche) liegen.
Als Niedrigenergiehaus müssen Sie mit 30 bis 70 kWh/m² und Jahr auskommen.
Wärmebrücken kann man sich bei diesem Verbrauch nicht mehr leisten.